Kapazität gehört in die Flotte – nicht ins Fahrzeug
Im ÖPNV wird Kapazität bisher über die Fahrzeuggröße geplant: ein Bus mit 40 Sitzplätzen, ein Midibus mit 10, 12 oder 16 Plätzen. Mehr Sitze bedeuten dabei aber nicht zwingend bessere Verbindungen oder mehr Service. INYO Mobility denkt Kapazität anders: Sie entsteht in der Flotte und nicht im einzelnen Fahrzeug, denn mehrere kleine (autonome) Fahrzeuge im On-Demand-Betrieb bieten einen flexibleren
und höherwertigen Service als ein großes Fahrzeug.

Mehr Sitze, nicht mehr Fahrgäste
Linienbusse in Deutschland sind laut Destatis im Durchschnitt nur zu rund 20 Prozent ausgelastet. Im On-Demand-Verkehr ist der Befund noch deutlicher: Begleitstudien zu deutschen Ridepooling-Angeboten zeigen im Schnitt – analog zum Taxi – weniger als zwei Fahrgäste pro Fahrt. Das gilt unabhängig von der Fahrzeuggröße. Ein Midibus mit bspw. 15 Plätzen befördert demnach im On-Demand-Betrieb dieselben ein bis zwei Personen wie ein Fahrzeug mit vier Sitzen. Jeder zusätzliche Sitz wird bei der Anschaffung bezahlt, fährt mit und erhöht Gewicht, Energieverbrauch und Verschleiß.
Gleiche Kapazität, besserer Service
Im Umkehrschluss bieten drei INYO Cabs zusammen zwölf Sitzplätze, so viele wie ein kleiner Midibus. Der Unterschied liegt aber in der Verteilung:
Midibus: ein Fahrzeug, eine Route, ein Ort zur selben Zeit. Je mehr Fahrgäste gebündelt werden, desto größer werden die Umwege. Diese Fahrzeuge bieten sich demnach – genauso wie größere Busse – eher für den Linienbetrieb an.
3 INYO Cabs: drei Fahrzeuge an drei Orten gleichzeitig, direkte Punkt-zu-Punkt-Verbindungen, kürzere Wartezeiten und damit besserer Service für die Kundschaft. Aber auch drei Fahrzeuge am gleichen Ort, dann mit einer Kapazität von 12 Plätzen.

Hinzu kommen weitere Vorteile:
Skalierung: Steigt die Nachfrage, kommen weitere Fahrzeuge hinzu.
Ausfallsicherheit: Fällt ein Fahrzeug aus, fährt der Rest der Flotte weiter.
Feinerschließung: Mit einer Länge von ca. 3 m und einer Breite von 1,5 m, niederflurigem Einstieg und breiten Türen (für einen inklusiven Transport) erreicht das INYO Cab auch enge Quartiere und Ortskerne. So wird die Haustür zur Haltestelle.
Kleinere Fahrzeuge, geringere Kosten
Kleine Fahrzeuge in der Flotte sind nicht nur flexibler, sie sind auch günstiger – in Anschaffung, Instandhaltung und Betrieb:
Anschaffung: Ein Fahrzeug der L7e-Klasse mit vier Sitzen kostet deutlich weniger als ein Solo- oder Midibus. Bezahlt wird nur die Kapazität, die im On-Demand-Betrieb tatsächlich gebraucht wird.
Instandhaltung: Die geringe Fahrzeugkomplexität reduziert Wartungsumfänge und Standzeiten.
Betrieb: Ein Solobus bewegt im Tagesmittel etwa 850 Kilogramm Fahrzeugmasse pro Fahrgast, das INYO Cab wiegt leer 450 Kilogramm. Das senkt Verschleiß und die Belastung der Straßeninfrastruktur.
Die entscheidende Kennzahl ist nicht der Preis pro Fahrzeug, sondern die Kosten pro beförderter Person. Hier liegt die Flotte aus kleinen Fahrzeugen vorn.
Automatisierung macht kleine Fahrzeuge wirtschaftlich
Dass kleine Fahrzeuge im ÖPNV bisher kaum eingesetzt wurden, hatte einen Grund: Jedes Fahrzeug braucht eine Fahrerin oder einen Fahrer. Das Fahrpersonal macht im Busbetrieb 40 bis 65 Prozent der Kosten aus und wird zunehmend knapp. Laut IRU fehlen in Europa bis 2028 über 275.000 Busfahrerinnen und Busfahrer. Mit Level-4-Automatisierung fällt diese Kopplung weg. Die Fahrzeuggröße kann sich erstmals nach dem Realbedarf richten. Die Optimierung der Wirtschaftlichkeit hört nicht beim Wegfall des Fahrers auf. Kleine und leichte Fahrzeuge benötigen weniger Ressourcen bei der Produktion und verbrauchen weniger Energie pro Kilometer als ein nicht ausgelasteter schwerer Bus.
Ein System, das richtige Gefäß
INYO steht für einen Systemansatz. Bus- und Bahnlinien tragen die starken Achsen und die Spitzenlast. INYO Cabs verstärken und erweitern dieses Netz mit On-Demand-Verkehr und direkten Punkt-zu-Punkt-Verbindungen, als Zubringer und in der Fläche.
„Kapazität gehört in die Flotte, nicht ins Fahrzeug. Drei INYO Cabs bieten so viele Plätze wie ein kleiner Midibus, können aber einen örtlich und zeitlich viel flexibleren Service anbieten.“
– Rauno Fuchs, Chief Business Officer, INYO Mobility
Das INYO Cab wird derzeit in Paderborn und auf dem eigenen Testfeld in Grafing-Schammach bei München erprobt.
Quellen: Destatis, VDV, IRU Bus Driver Shortage Report, KIT/TUM-Begleitforschung MOIA


